Local Sponsor

Local Sponsor in Dubai: braucht man den noch?

Local Sponsor Dubai: seit 2021 ist für die meisten Mainland-Aktivitäten kein lokaler Partner mehr nötig, 100 Prozent Eigentum ist möglich. Was noch gilt.

BD Buchhaltung Dubai 21. August 2026
Local Sponsor in Dubai: braucht man den noch?

Für die meisten Mainland-Aktivitäten in Dubai braucht man seit einer Gesetzesreform, die 2021 in Kraft trat, keinen Local Sponsor mehr. 100 Prozent ausländisches Eigentum ist für zahlreiche kommerzielle und industrielle Tätigkeiten möglich. Nur für einige strategisch eingestufte Aktivitäten oder bestimmte Zweigniederlassungen kann noch ein Local Service Agent nötig sein. Freezone-Firmen brauchten ohnehin nie einen Sponsor.

Kaum ein Thema hält sich in veralteten Ratgebern so hartnäckig wie der angeblich zwingende lokale Partner. Dieser Beitrag räumt ehrlich damit auf, trennt Local Sponsor und Local Service Agent und zeigt, was für Freezone und Mainland heute wirklich gilt.

Was war der Local Sponsor früher?

Bis vor wenigen Jahren galt auf dem Mainland eine einfache, aber folgenreiche Regel: Wer als Ausländer eine gewöhnliche Mainland-Gesellschaft gründen wollte, brauchte in vielen Aktivitäten einen einheimischen Partner, der oft 51 Prozent der Anteile hielt. Dieser Partner war der klassische Local Sponsor.

In der Praxis war das Konstrukt für viele Gründer unbequem. Der lokale Partner hielt formal die Mehrheit, auch wenn das operative Geschäft und das Kapital vom ausländischen Unternehmer kamen. Vertragliche Nebenabreden sollten die Kontrolle absichern, was rechtlich heikel sein konnte. Genau deshalb wichen viele internationale Gründer in die Freezones aus, wo 100 Prozent ausländisches Eigentum schon immer möglich war.

Wer sich mit dem Unterschied zwischen den beiden Welten befasst, findet die Details im Beitrag Freezone vs. Mainland in Dubai.

Braucht man den Local Sponsor 2026 noch?

Die kurze, ehrliche Antwort: für die meisten Mainland-Aktivitäten nicht mehr. Mit einer Reform des Gesellschaftsrechts, die 2021 in Kraft trat, wurde die pauschale 51-Prozent-Regel für zahlreiche kommerzielle und industrielle Tätigkeiten aufgehoben. Seitdem ist für viele Mainland-Gründer 100 Prozent ausländisches Eigentum möglich, ohne einen einheimischen Mehrheitspartner.

Das ist eine der wichtigsten Änderungen der letzten Jahre und der Grund, warum viele ältere Anleitungen schlicht überholt sind. Für einen deutschen Unternehmer heißt das:

  • Sie können in vielen Fällen eine Mainland-Firma gründen und selbst voll besitzen,
  • Sie sind nicht mehr gezwungen, Kontrolle über Nebenabreden abzusichern,
  • die frühere Ausweichbewegung in die Freezone ist nicht mehr die einzige Option, um 100 Prozent zu halten.

Wichtig für die Erwartungshaltung: Das gilt für viele, aber nicht automatisch für alle Aktivitäten. Es gibt weiterhin Tätigkeiten mit besonderen Anforderungen, dazu gleich mehr.

Damit ist die Mainland-Gründung für die meisten Tätigkeiten ohne lokalen Partner möglich. Wie sie heute abläuft, steht unter Mainland-Firma in Dubai.

Was ist der Unterschied zwischen Local Sponsor und Local Service Agent?

Hier entsteht in der Praxis viel Verwirrung, weil zwei völlig verschiedene Rollen oft in einen Topf geworfen werden.

  • Local Sponsor (früher üblich). Ein lokaler Partner, der Anteile hält und formal Miteigentümer der Gesellschaft ist. Genau dieses Modell ist für viele Aktivitäten weggefallen.
  • Local Service Agent (LSA). Ein Emirati oder eine hundertprozentig emiratische Gesellschaft, die keine Anteile hält, kein Miteigentümer ist und keine Gewinne teilt. Der LSA erbringt gegen ein festes Honorar eine Verwaltungsleistung, etwa bei behördlichen Formalitäten.

Der Unterschied ist also fundamental: Der Local Sponsor war ein Miteigentümer, der Local Service Agent ist ein Dienstleister. Wo ein LSA verlangt wird, bleibt Ihr wirtschaftliches Eigentum unberührt, Sie zahlen lediglich ein Honorar für eine formale Rolle.

Wann kann noch ein Local Service Agent nötig sein?

Auch nach der Reform gibt es Konstellationen, in denen ein Local Service Agent oder besondere Anforderungen ins Spiel kommen können:

  • bei bestimmten Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen, die keine eigenständige Gesellschaft gründen, sondern als Niederlassung auftreten,
  • bei einzelnen strategisch eingestuften Aktivitäten, die die Behörden mit besonderen Auflagen versehen,
  • bei speziellen Berufs- oder Lizenztypen, für die eigene Regeln gelten.

Welche Aktivität in welche Kategorie fällt, legen die zuständigen Stellen fest und das kann sich ändern. Deshalb ist der einzige seriöse Weg, Ihre konkrete geplante Tätigkeit gegen die aktuelle Aktivitätenliste zu prüfen, statt sich auf pauschale Aussagen zu verlassen. Genau diese Struktur- und Aktivitätsfragen klären wir im Rahmen unserer Services.

Und die Freezone? Dort gab es nie einen Sponsor

Für die Freezone ist die ganze Sponsor-Debatte ohnehin gegenstandslos. In den Freezones war 100 Prozent ausländisches Eigentum von Anfang an möglich, ganz ohne lokalen Partner und ohne Local Service Agent. Das ist einer der Gründe, warum die Freezone für viele digitale und international ausgerichtete Geschäfte weiterhin der schlankste Weg ist.

Die Wahl zwischen Freezone und Mainland hängt heute deshalb weniger an der Eigentumsfrage, die ist in beiden Welten für viele Aktivitäten gelöst, sondern an Ihrem Geschäftsmodell: Wollen Sie im lokalen VAE-Markt verkaufen, kann Mainland passen. Arbeiten Sie überwiegend international oder digital, ist die Freezone oft naheliegend. Welche Zone dann konkret sinnvoll ist, behandelt der Beitrag Welche Freezone in Dubai?. Und egal wie Sie sich entscheiden, für das Aufenthaltsrecht brauchen Sie ein Residence Visa, wie im Beitrag Residence Visa Dubai beschrieben.

Was heißt das für Ihre Steuern und Substanz?

Ein häufiges Missverständnis: Manche glauben, mit dem lokalen Partner hänge auch die Steuerfrage zusammen. Das ist nicht der Fall. Corporate Tax, VAT und die Anforderungen an wirtschaftliche Substanz richten sich nach Ihrer Tätigkeit und Struktur, nicht danach, ob ein Emirati beteiligt ist.

In den VAE gilt weiterhin 0% Einkommensteuer, die Corporate Tax von 9% greift erst über 375.000 AED steuerpflichtigem Gewinn, und die VAT liegt bei 5%. Ob Sie voll besitzen oder einen Service Agent einbinden, ändert an dieser Logik nichts. Wichtig bleibt eine saubere Struktur mit echter Substanz vor Ort, mehr dazu im Beitrag ESR und Substanz in Dubai. Wer den Umzug als Deutscher plant, findet die Gesamtsicht in Als Deutscher nach Dubai auswandern.

Fazit

Der Local Sponsor ist für die meisten Mainland-Aktivitäten Geschichte. Seit 2021 ist 100 Prozent ausländisches Eigentum für zahlreiche Tätigkeiten möglich, in der Freezone war es das ohnehin schon immer. Ein Local Service Agent, der keine Anteile hält und keine Gewinne teilt, kann nur noch in einzelnen Fällen wie bestimmten Zweigniederlassungen oder strategischen Aktivitäten nötig sein. Verlassen Sie sich nicht auf veraltete Ratgeber, sondern prüfen Sie Ihre konkrete Aktivität.

Für die VAE-Seite sind wir Ihr Ansprechpartner: Firmengründung, Buchhaltung und Steuern vor Ort, zu festen Preisen, auf Deutsch. Sprechen Sie mit uns, das Erstgespräch ist kostenlos.

Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Gesellschafts- und Lizenzrecht der VAE kann sich ändern, für die konkrete Umsetzung sind die zuständigen Behörden und spezialisierte Berater maßgeblich. Die deutsche Steuerseite prüft ein deutscher Steuerberater.

Weiterlesen: 7 Fehler bei der Firmengründung in Dubai ·Firma gründen in Dubai ·IFZA Freezone Dubai ·Welche Freezone in Dubai ist die richtige für dich?

Häufige Fragen

Braucht man in Dubai noch einen Local Sponsor?

Für die meisten Mainland-Aktivitäten nicht mehr. Seit einer Gesetzesreform, die 2021 in Kraft trat, ist für zahlreiche kommerzielle und industrielle Tätigkeiten 100 Prozent ausländisches Eigentum möglich, ohne dass ein Emirati als Mehrheitspartner nötig ist. Freezone-Firmen brauchten ohnehin nie einen Sponsor.

Was ist der Unterschied zwischen Local Sponsor und Local Service Agent?

Ein Local Sponsor war früher ein lokaler Partner, der oft 51 Prozent der Mainland-Gesellschaft hielt. Ein Local Service Agent dagegen hält keine Anteile und ist kein Miteigentümer, sondern unterstützt gegen ein Honorar bei behördlichen Formalitäten. Für einzelne Strukturen oder Zweigniederlassungen kann er weiterhin nötig sein.

Kann ich als Ausländer eine Firma in Dubai zu 100 Prozent besitzen?

In vielen Fällen ja. In den Freezones war das schon immer möglich. Auf dem Mainland ist es seit der Reform für zahlreiche Aktivitäten ebenfalls möglich. Für einige strategisch eingestufte Tätigkeiten gelten weiterhin besondere Anforderungen. Ob Ihre konkrete Aktivität darunterfällt, gehört in eine Einzelfallprüfung.

Braucht eine Freezone-Firma einen Local Sponsor?

Nein. Freezone-Firmen erlauben von jeher 100 Prozent ausländisches Eigentum und benötigen keinen lokalen Sponsor. Das war lange der Hauptgrund, warum viele internationale Unternehmer die Freezone dem Mainland vorzogen. Seit der Mainland-Reform hat sich dieser Unterschied für viele Aktivitäten relativiert.

Wann brauche ich noch einen Local Service Agent?

Vor allem bei bestimmten Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen und bei einzelnen strategisch eingestuften Aktivitäten kann ein Local Service Agent verlangt werden. Er ist kein Miteigentümer und teilt keine Gewinne, sondern erbringt eine Verwaltungsleistung. Die genauen Fälle legen die Behörden fest.

Ändert der Wegfall des Local Sponsors etwas an meinen Steuern?

Am Eigentum ja, an der Steuerlogik nicht direkt. Corporate Tax, VAT und Substanzanforderungen richten sich nach Ihrer Tätigkeit und Struktur, nicht danach, ob ein lokaler Partner beteiligt ist. Die steuerliche Seite planen wir unabhängig von der Eigentumsfrage.

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