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Körperschaftsteuer Dubai: Was deutsche Firmen 2026 wissen müssen

9% ab 375.000 AED, doch die teuren Fehler liegen woanders: Das Small Business Relief endet erst am 31.12.2029, ein Freezone-Verstoß kostet fünf Jahre lang 9%.

BD Buchhaltung Dubai 16. Juli 2026
Körperschaftsteuer Dubai: Was deutsche Firmen 2026 wissen müssen

Die Körperschaftsteuer in Dubai beträgt 9% auf Gewinne über 375.000 AED, alles darunter bleibt bei 0%. Das ist die Antwort, die überall steht, und sie ist richtig. Nur kostet sie fast nie Geld.

Teuer wird es an drei anderen Stellen: beim Small Business Relief, das zum 31. Dezember 2029 ausläuft. Bei der Freezone-Befreiung, deren Verlust rückwirkend fünf Jahre trifft. Und beim fehlenden Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE. Genau darum geht es hier.

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Dubai wirklich?

Seit dem 1. Juni 2023 gilt in den gesamten VAE ein zweistufiger Satz:

Steuerpflichtiger GewinnSatz
bis 375.000 AED0%
über 375.000 AED9%

Entscheidend ist das Wort steuerpflichtiger Gewinn, nicht Umsatz. Grundlage ist der nach IFRS ermittelte Buchgewinn, korrigiert um steuerliche Anpassungen. Wer seine Buchhaltung nicht sauber führt, kann diesen Wert schlicht nicht belegen.

Der Satz gilt für Mainland- und Freezone-Unternehmen gleichermaßen. Die Freezone ist keine Ausnahme von der Steuer, sondern ein eigener Satz an Bedingungen, unter denen 0% möglich sind. Dazu unten mehr.

Wer muss sich registrieren, und bis wann?

Hier passiert der häufigste und dümmste Fehler: Die Registrierungspflicht hängt nicht am Gewinn.

Jede Firma in den VAE muss sich bei der Federal Tax Authority für die Körperschaftsteuer registrieren. Auch die Firma ohne Umsatz. Auch die Firma, die nur auf dem Papier existiert. Auch die Firma, die unter dem Freibetrag liegt.

  • Registrierung: verpflichtend für alle, Neugründungen typischerweise innerhalb von rund drei Monaten
  • Steuererklärung: innerhalb von neun Monaten nach Geschäftsjahresende
  • Zahlung: zum selben Termin fällig
  • Strafe bei verspäteter Registrierung: 10.000 AED

Bei einem Geschäftsjahr, das am 31. Dezember endet, ist der 30. September des Folgejahres der Stichtag. Wer glaubt, ohne Umsatz sei er außen vor, zahlt 10.000 AED für ein Formular, das eine halbe Stunde gekostet hätte.

Small Business Relief: Warum 2026 das letzte Jahr ist

Das Small Business Relief ist die wirksamste Erleichterung im System, und sie läuft aus.

Eine in den VAE ansässige Firma mit maximal 3 Mio. AED Umsatz kann sich für eine Steuerperiode so behandeln lassen, als hätte sie kein steuerpflichtiges Einkommen. Ergebnis: 0% Körperschaftsteuer, deutlich vereinfachte Erklärung.

Drei Details, die regelmäßig übersehen werden:

1. Es endet am 31.12.2029. Die Erleichterung gilt nur für Steuerperioden, die spätestens an diesem Tag enden. Ursprünglich war am 31.12.2026 Schluss, das Finanzministerium der VAE hat im August 2026 um drei Jahre verlängert. Für die erste Periode danach ist regulär zu versteuern. Wer seine Planung darauf gebaut hat, gewinnt Zeit, aber keine dauerhafte Befreiung.

2. Es ist nicht automatisch. Die Erleichterung muss in der Steuererklärung aktiv gewählt werden. Kein Antrag vorab, keine Genehmigung, aber eben auch keine automatische Gewährung. Wer sie vergisst, versteuert regulär.

3. Einmal drüber, für immer raus. Die Grenze von 3 Mio. AED gilt für die aktuelle und jede vorherige Steuerperiode seit Einführung der Körperschaftsteuer. Eine Firma, die 2024 einmalig 3,5 Mio. AED Umsatz gemacht hat, ist dauerhaft ausgeschlossen, auch wenn sie danach wieder auf 1 Mio. fällt.

Und ein Zielkonflikt, den fast niemand erwähnt: Wer das Relief wählt, verliert die Verluste dieser Periode. Verlustvorträge können in einem Wahljahr weder aufgebaut noch genutzt noch übertragen werden. Für ein Jahr mit hohen Anfangsinvestitionen kann die Erleichterung deshalb das schlechtere Geschäft sein, der Verlust wäre in Folgejahren mehr wert gewesen.

Bedeutet Freezone keine Steuern?

Nein. Das ist der teuerste Satz in Dubai, gleich nach „Das mache ich später”.

Eine Freezone-Firma zahlt 0% nur als Qualifying Free Zone Person (QFZP). Dafür müssen alle Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:

  • ausreichende Substanz in der Freezone: Personal, Vermögenswerte, echte Betriebsausgaben, Kerntätigkeit vor Ort
  • Qualifying Income aus zulässigen Tätigkeiten
  • Einhaltung der Verrechnungspreis-Regeln inklusive Dokumentation
  • geprüfter IFRS-Jahresabschluss: ein selbst oder vom Berater erstellter Abschluss reicht nicht
  • nicht-qualifizierende Erlöse innerhalb der De-minimis-Grenze: der niedrigere Wert aus 5 Mio. AED oder 5% des Gesamtumsatzes

Und jetzt der Teil, der wehtut: Wer eine einzige Bedingung reißt, verliert den QFZP-Status ab Beginn dieser Steuerperiode und für die folgenden vier, insgesamt fünf Perioden mit 9% auf das gesamte Einkommen. Auch auf das, was sonst mit 0% qualifiziert hätte.

Ein überschrittener De-minimis-Wert ist kein Rundungsfehler. Er ist ein Problem für fünf Jahre.

Was deutsche Unternehmer zusätzlich betrifft

Hier hört Dubai auf und Deutschland fängt an, und genau an dieser Kante verlieren die meisten Geld.

Zwischen Deutschland und den VAE gibt es seit dem 31.12.2021 kein Doppelbesteuerungsabkommen mehr. Deutschland hat es bewusst nicht verlängert. Stand 2026 gibt es weder ein neues Abkommen noch Verhandlungen darüber. Damit steht Deutschland nahezu allein unter den großen Industrienationen ohne Abkommensschutz gegenüber den VAE.

Praktisch heißt das: Wer in Deutschland steuerlich ansässig ist, wird dort weiterhin mit dem Welteinkommen veranlagt, ohne Abkommensschutz, allein nach deutschem Recht. Die 9% in den VAE gezahlt zu haben, beendet die deutsche Steuerfrage nicht automatisch.

Für Österreich gilt das übrigens nicht: Das österreichische Abkommen wurde 2021 novelliert und ist weiterhin in Kraft. Deutsche und österreichische Unternehmer in Dubai sitzen steuerlich nicht im selben Boot.

Ganz klar gesagt: Wir sind Ihr Ansprechpartner für die VAE-Seite: Buchhaltung, Registrierung, Corporate Tax, VAT, Jahresabschluss. Die deutsche Seite (Wegzug, Ansässigkeit, Hinzurechnungsbesteuerung) gehört in die Hände eines deutschen Steuerberaters. Wer Ihnen erzählt, eine Firma in Dubai löse Ihre deutsche Steuerfrage von selbst, verkauft Ihnen etwas.

Die fünf teuersten Fehler

  1. Nicht registriert, weil kein Umsatz, 10.000 AED für nichts
  2. Auf Freezone vertraut, ohne die QFZP-Bedingungen zu prüfen, fünf Jahre 9% auf alles
  3. Kein geprüfter Abschluss, die 0% platzen an der Audit-Bedingung
  4. Small Business Relief vergessen zu wählen, regulär versteuert, obwohl 0% möglich gewesen wären
  5. Angenommen, Dubai erledigt die deutsche Steuerfrage, ohne DBA gilt weiter deutsches Recht

Fazit

Die 9% sind nicht das Problem. Das Problem sind die Fristen, die Bedingungen und die Annahme, „Freezone” hieße „steuerfrei”. Bis Ende 2026 läuft das Small Business Relief, danach wird für viele Firmen erstmals echte Körperschaftsteuer fällig. Wer bis dahin eine saubere, prüffähige Buchhaltung hat, entscheidet ruhig. Wer sie nicht hat, entscheidet unter Druck.

Wir übernehmen die VAE-Seite komplett: Buchhaltung nach IFRS, FTA-Registrierung, Corporate Tax und VAT, zu festen Preisen, auf Deutsch.

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Stand: Juli 2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und ersetzt keine Beratung im Einzelfall.

Weiterlesen: Small Business Relief in Dubai ·Steuern in Dubai ·Einkommensteuer in Dubai ·Ist Dubai wirklich steuerfrei? Was stimmt und was nicht

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Körperschaftsteuer in Dubai?

0% auf steuerpflichtige Gewinne bis 375.000 AED, 9% auf jeden Dirham darüber. Der Satz gilt seit dem 1. Juni 2023 für Mainland- und Freezone-Unternehmen gleichermaßen, Freezone-Firmen können unter strengen Bedingungen auf 0% kommen.

Muss ich mich auch registrieren, wenn ich keinen Gewinn mache?

Ja. Die Registrierungspflicht bei der Federal Tax Authority gilt unabhängig vom Gewinn. Auch eine Firma ohne Umsatz muss sich registrieren und eine Steuererklärung einreichen. Eine verspätete Registrierung kostet 10.000 AED Strafe.

Wann muss die Körperschaftsteuererklärung eingereicht werden?

Innerhalb von neun Monaten nach Ende des Geschäftsjahres. Bei einem Geschäftsjahr, das am 31. Dezember endet, ist der 30. September des Folgejahres die Frist. Die Steuer wird zum selben Termin fällig.

Bedeutet Freezone automatisch keine Steuern?

Nein. Das ist der teuerste Irrtum. Eine Freezone-Firma zahlt nur dann 0%, wenn sie alle Bedingungen einer Qualifying Free Zone Person erfüllt, inklusive geprüftem IFRS-Jahresabschluss und ausreichender Substanz vor Ort. Wer eine Bedingung reißt, zahlt fünf Jahre lang 9% auf das gesamte Einkommen.

Was ist das Small Business Relief und wie lange gibt es das noch?

Eine VAE-ansässige Firma mit maximal 3 Mio. AED Umsatz kann sich für eine Steuerperiode so behandeln lassen, als hätte sie kein steuerpflichtiges Einkommen, also 0% Körperschaftsteuer. Die Erleichterung gilt für Steuerperioden, die spätestens am 31.12.2029 enden. Das Finanzministerium der VAE hat die ursprüngliche Frist 31.12.2026 im August 2026 um drei Jahre verlängert. Danach ist regulär zu versteuern.

Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE?

Nein. Das Abkommen ist zum 31.12.2021 ausgelaufen und wurde von deutscher Seite bewusst nicht verlängert. Stand 2026 gibt es weder ein neues Abkommen noch Verhandlungen. Österreich hat sein Abkommen dagegen novelliert, es gilt weiter.

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